Steuerliche Überlegungen zu Weihnachten und zum Jahreswechsel

News

Steuerliche Überlegungen zu Weihnachten und zum Jahreswechsel

Neben der Frage nach den passenden Weihnachtsgeschenken rücken in diesen letzten Tagen des Jahres auch immer wieder steuerliche Überlegungen in den Fokus. Was Sie unter anderem rund um Weihnachten und den bevorstehenden Jahreswechsel beachten sollten, möchten wir Ihnen in diesem Artikel vorstellen.

Zufluss von Honoraren

Je nachdem wie das Jahr wirtschaftlich gelaufen ist, kann es interessant sein, ob die letzten Honorare des laufenden Jahres noch in diesem oder erst im nächsten Jahr zufließen. Denn der Zuflusszeitpunkt und nicht die Rechnungstellung ist bei Freiberuflern entscheidend für die Frage, wann ein Honorar zu versteuern ist. Honorare für Leistungen, die auf privatärztlicher Ebene erbracht wurden, können so durch eine spätere Rechnungsstellung in das nächste Jahr verschoben werden. Hier können Sie aktiv Einfluss nehmen auf die Höhe Ihrer Betriebseinnahmen.

Etwas anderes gilt jedoch bei kassenärztlichen Honoraren. Rechnet nämlich eine Kassenzahnärztliche Vereinigung die Resthonorare der Zahnärzte für ein Quartal jeweils zum Ende des nächsten Quartals ab und zahlt sie diese anschließend entsprechend aus, ist die Anfang Januar des folgenden Jahres für das dritte Quartal eines Kalenderjahres erbrachte Abschlusszahlung als regelmäßig wiederkehrende Einnahme dem abgelaufenen Kalenderjahr zuzurechnen (BFH, Urteil vom 6.7.1995, IV R 63/94, BStBl II 1996, 266).

Abfluss von Betriebsausgaben

Genauso wie Einnahmen in dem Jahr zu versteuern sind, in dem sie zufließen, mindern Betriebsausgaben den Gewinn des Jahres, in dem sie gezahlt wurden. Sofern Sie also rund um den Jahreswechsel größere Rechnungen zu bezahlen haben, sollten Sie ebenfalls überlegen, in welchem Jahr Sie die steuerliche Ermäßigung erreichen möchten.

Bei der Anschaffung von Wirtschaftsgütern ist diese Überlegung allerdings nicht relevant, denn abweichend vom Zahlungsprinzip, werden die Anschaffungskosten von Wirtschaftsgütern über deren betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben und mindern den Gewinn in dieser Zeit nur ratierlich.

Investitionsabzugsbetrag

Was genau verbirgt sich hinter dieser steuerlichen Wortschöpfung?

Mit der Bildung eines Investitionsabzugsbetrages können Sie sich durch die Verschiebung der Steuerbelastung in spätere Jahre zusätzliche Liquidität verschaffen. Wenn Sie innerhalb der nächsten drei Jahre beispielsweise neue medizinische Geräte anschaffen möchten, können Sie für die geplanten Anschaffungen bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Kosten steuermindernd geltend machen. Voraussetzung ist, dass Ihr Jahresgewinn € 100.000,- nicht überschreitet. Außerdem muss das Wirtschaftsgut zu mindestens 90 Prozent betrieblich genutzt werden. Diese Voraussetzungen prüft das Finanzamt nach der Anschaffung. Sollten sie nicht erfüllt sein, wird der Investitionsabzugsbetrag rückwirkend steuererhöhend wieder aufgelöst.

Ferner sind nach Anschaffung unter denselben Voraussetzungen Sonderabschreibungen bis zu 20% der Anschaffungs- oder Herstellungskosten möglich. Dieses Thema ist recht komplex und sollte im Rahmen der Jahresabschlussarbeiten mit Ihrem steuerlichen Berater besprochen werden.

Weihnachtsfeiern

Die Kosten für eine Weihnachtsfeier mit Ihren Mitarbeitern können Sie steuerlich als Betriebsausgaben absetzten. Diese sind auch grundsätzlich beim Arbeitnehmer nicht als Lohn zu versteuern. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Kosten je Teilnehmer den Betrag von € 110,- nicht übersteigen. Liegen die Kosten über diesem Freibetrag, so ist der übersteigende Betrag mit 25% pauschal zu versteuern.

Sollten auch Ehepartner und Freunde zur Weihnachtsfeier eingeladen sein, beachten Sie bitte, dass die Gesamtkosten nur durch die Anzahl der teilnehmenden Mitarbeiter zu dividieren ist. Der Freibetrag von € 110,-dürfte in diesen Fällen natürlich schneller erreicht sein. Um unliebsame Überraschungen bei der nächsten Lohnsteuerprüfung zu vermeiden, sollten Sie im Vorfeld diese Überlegungen anstellen.

Weihnachtsgeschenke für Mitarbeiter und Geschäftsfreunde

Auch für die steuerliche Berücksichtigung von Weihnachtsgeschenken an Mitarbeiter und Geschäftsfreunde gibt es ein paar Spielregeln. Sofern Geschenke an Mitarbeiter im Rahmen oder im zeitlichen Zusammenhang mit der Weihnachtsfeier übergeben werden, sind sie in den Freibetrag von € 110,- einzubeziehen.

Für Geschenke, die keinen Bezug dazu haben, gilt eine Freigrenze von € 44,- pro Monat, die Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei zuwenden können. Hierbei handelt es sich aber nicht um einen Freibetrag. Liegen die Kosten darüber, sind sie voll und nicht nur mit dem übersteigenden Betrag zu versteuern.

Die Kosten für Geschenke an Geschäftspartner und deren Arbeitnehmer dürfen als Betriebsausgaben abgezogen werden, wenn ihr Wert pro Person und Jahr nicht mehr als 35,-€ beträgt und die Geschenkaufwendungen einzeln und getrennt von den übrigen Betriebsausgaben aufgezeichnet werden. Auch hier handelt es sich um eine Freigrenze. Übersteigen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten den Betrag von € 35,- pro Empfänger und Jahr, entfällt der Betriebsausgabenabzug insgesamt.

Dekoration der Praxis

Wer seine Praxisräume weihnachtlich schmücken möchte, kann die Kosten dafür als Betriebsausgaben absetzen. Beim Einkauf sollte darauf geachtet werden, dass die Kosten für die Praxis klar getrennt sind von den Kosten für den Privatbereich. Auch das führt in Betriebsprüfungen immer wieder zu Diskussionen. Im Zweifel einfach schnell ein Foto von den schön geschmückten Räumen machen, dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Weitere Seminare mit betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Überlegungen finden Sie in unserem Kursangebot für Zahnärzte:

Praxismanagement: Begriffe, Kennzahlen, Erfolgsfaktoren

Praxismanagement: Kalkulation, Controlling, Steuern