Praxen & Patienten profitieren von digitalen Techniken in der Implantatprothetik

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Praxen & Patienten profitieren von digitalen Techniken in der Implantatprothetik

Digitalisierung in aller Munde: Der zunehmende Einsatz digitaler Geräte und Prozesse in der zahnmedizischen Versorgung erhöht die Behandlungsqualität. Vor allem darin sieht Dr. Ghazal Aarabi, tätig am UKE Hamburg, große Chancen für die praktische Zahnheilkunde. Nach dem Videodreh für ihre Online-Fortbildung «Einführung in die Implantatprothetik» haben wir mit ihr über die dynamischen Entwicklungen in diesem Fachgebiet, das als anerkannte Therapieform für niedergelassene Zahnärzte große Relevanz findet, gesprochen. Mehr Offenheit ist nötig, eingespielte Abläufe zu hinterfragen und zu modifizieren. Nur dann lassen sich neue Workflows in der Praxis auch etablieren. Außerdem ist das Zusammenspiel zwischen Zahntechnik, Chirurgie und Zahnarzt wichtig.

Durch DVT-Technik wird eine neue Behandlungsplanung ermöglicht, mittels Backward-Planning können Implantate definierter gesetzt werden. In Kombination mit CAD/CAM-Möglichkeiten in der Fertigung entsteht ein neues Level für die zahnmedizinische Planung. Welche Chancen sehen Sie in dieser dynamischen Entwicklung?

Ein Vorteil ist, dass wir im Rahmen des Backward-Planning prothetisch orientiert arbeiten können. Das erhöht die Behandlungsqualität. Zum anderen ist die CAD/CAM-Technologie aus der Implantatprothetik nicht mehr wegzudenken. Dank dieser können wir Hochleistungskeramiken wie das Zikoniumdioxid bearbeiten. Außerdem ist es uns dadurch möglich, einfach individuelle Abutments herzustellen. Gerade bei dieser dynamischen und rasanten Entwicklung ist es umso wichtiger, dass wir uns mit dem Zahntechniker und unserem Team immer gut abstimmen. Und wir müssen offen bleiben für neue Workflows – gerade im Bereich der Digitalisierung – und ein Interesse daran haben, diese auch in der Praxis zu etablieren.

In Ihrer neuen Online-Fortbildung geben Sie eine Einführung in die Implantatprothetik. Was macht dieses Thema so relevant für praktizierende Zahnärzte?

Das Thema Implantatprothetik ist aus meiner Sicht sehr relevant, weil es eine anerkannte Therapieform ist, über die wir den Patienten aufklären müssen. Wenn wir beispielsweise einen Patienten mit Schaltlücke haben, bei dem die beiden Nachbarzähne jungfräulich, also nicht überkronungsbedürftig sind, dann ist eine implantatgetragene Einzelkrone möglich, wenn eine Adhäsivbrücke nicht in Frage kommt. Und das wäre für mich auch das Mittel der Wahl. Wenn wir Neupatienten haben, die bereits implantologisch versorgt sind, müssen wir eine adäquate Nachsorge gewährleisten können.

Was sehen Sie auf dem Gebiet der Implantatprothetik als die größte Herausforderung für den praktizierenden Zahnarzt / die praktizierende Zahnärztin?

Die vielversprechndste Entwicklung ich darin, bei diesem großen Angebot den Überblick zu bewahren und ein für die eigene Praxis adäquates Therapiekonzept bereit zu stellen, das man gut abstimmt – zum einen mit dem Zahntechniker und zum anderen natürlich auch mit dem Chirurgen. Die Entwicklungen auf Ihrem Fachgebiet gehen rasant voran. Nicht alle Forschungsansätze sind zukunftsträchtig.

Was ist ihrer Meinung nach aktuell die interessanteste Entwicklung, die für die zahnärztliche Praxis relevant werden könnte?

Die vielversprechendste Entwicklung liegt aus meiner Sicht im digitalen Workflow – von der Abformung bis zur Gerüstherstellung. Aktuell stellen größere unbezahnte Kieferabschnitte noch Limitationen dar, wenn dieser Bereich intraoral abgescannt werden soll. Und auch im Bereich der CAD/CAM-Technologie denke ich, dass wir noch vielversprechende Entwicklungen miterleben werden – z. B. im Bereich der Gerüstherstellung für Teleskopprothesen.

Das Seminar von Dr. Ghazal Aarabi ist mit 2 CME-Punkten zertifiziert. 

Einführung in die Implantatprothetik