Im Trend: Überlassung von E-Bikes an Arbeitnehmer

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Im Trend: Überlassung von E-Bikes an Arbeitnehmer

In Zeiten von hohem Verkehrsaufkommen und Staus in den Städten suchen viele Arbeitnehmer nach anderen Wegen, um schneller zum Arbeitsplatz zu gelangen. Durch die Weiterentwicklung der Elektroräder hat sich in den vergangenen Jahren eine Alternative zum Auto ergeben; denn mit dem Fahrrad zur Arbeit pendeln ist nicht nur entspannter, sondern auch gut für Gesundheit und den Umweltschutz. Doch gute Räder und vor allem E-Bikes haben ihren Preis. Seit dem Jahr 2012 ist die Überlassung von Diensträdern durch den Arbeitgeber nach Bund-Länder-Erlass steuerlich weitestgehend der von Dienstwagen gleichgestellt. Doch wie genau erfolgt hier die steuerliche Beurteilung?

Optionen bei der Anschaffung eines E-Bikes

Es bieten sich bei der Überlassung von Diensträdern an Arbeitnehmer für den Arbeitgeber zwei Varianten. Eine Möglichkeit stellt die direkte Anschaffung eines Fahrrades durch den Arbeitgeber dar. Der Arbeitgeber kann neben der Abschreibung der Anschaffungskosten des Rades über einen Zeitraum von 7 Jahre auch die laufenden Kosten wie beispielsweise Reparaturaufwand als Betriebsausgaben absetzten.

Viel häufiger aber wird mittlerweile das sog. Fahrradleasing genutzt. Hierbei wird durch spezialisierte Leasingunternehmen und Vertragshändler vor Ort das Leasing von hochwertigen Fahrrädern und E-Bikes angeboten. Ein Großteil der Leasingmodelle beinhaltet neben einer Laufzeit von grundsätzlich 36 Monaten auch verschiedene Varianten zur Diebstahl- und Unfallversicherung. Die Leasingraten bemessen sich dementsprechend nach dem Radmodell und Versicherungstarif. Entscheidet sich der Arbeitgeber für das Leasing eines Fahrrades und wird er Leasingnehmer, so kann er die gezahlten Leasingraten als Betriebsausgaben absetzten.

Steuerliche Folgen bei Überlassung an den Arbeitnehmer

Überlässt der Arbeitgeber nun seinem Arbeitnehmer ein gekauftes oder geleastes E-Bike oder Fahrrad, welches auch privat genutzt werden darf, stellt die private Nutzung einen geldwerten Vorteil für den Arbeitnehmer dar. Diese private Mitnutzung eines Fahrrades sollte übrigens in einem Überlassungsvertrag (oder als Ergänzung im Arbeitsvertrag) schriftlich festgehalten sein.

Wie bei dem Dienstwagen auch ist die Privatnutzung mit der sog. 1% Methode zu versteuern. Bemessungsgrundlage ist hierbei die uvP des Herstellers. Zusätzlich ergibt sich bei dem Dienstrad ein weiterer steuerlicher Vorteil, denn – anders als bei der Nutzung eines Dienstwagens - ist bei dem Dienstrad lediglich die 1% Versteuerung für private Nutzung zu beachten. Nicht in die Berechnung mit einbezogen wird die sonst bei Dienstwagen zusätzlich zu versteuernden 0,03 Prozent pro Entfernungskilometer der Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Achtung: Bei E-Bikes und S-Pedelecs, die mehr als 45 Km/h fahren ist diese Versteuerung ebenfalls vorzunehmen.

Barlohnumwandlung der Leasingraten

Neben der bisher geschilderten Überlassung eines Dienstrades ist es auch möglich, dass der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer eine sogenannte Barlohnumwandlung anbietet. Der Arbeitnehmer erhält anstatt der Auszahlung des vollen Gehaltes anteilig in Form eines Sachlohnes das Dienstrad mit privater Nutzungsbefugnis. Demgegenüber wird vom monatlichen Bruttogehalt die Hälfte der Leasingrate, sowie der geldwerte Vorteil der Privatnutzung (berechnet nach der 1% Regelung) einbehalten. Auch wenn diese Konstellation auf den ersten Blick nachteilig wirkt, ist zu beachten, dass durch das geminderte Gehalt auch die Bemessungsgrundlage für die Steuer- und Sozialabgabenberechnung sowohl beim Arbeitnehmer, als auch beim Arbeitgeberanteil sinkt und geringere Lohnsteuer und Versicherungsbeiträge geleistet werden müssen. Hier sind zudem verschiedenste Konstellationen bei der Vereinbarung des Sachlohnes denkbar.

Fragezeichen-braun.pngBeispiel: Der Arbeitgeber A least ein E-Bike Bruttolistenpreis 3000 Euro; Leasingrate 84 Euro) und überlässt das Rad seinem Arbeitnehmer S mit privater Nutzungsbefugnis. Gleichzeitig vereinbaren A und S die Barlohnumwandlung mit Arbeitgeberzuschuss von 42 Euro. Aufgrund der Privatnutzung ist ein geldwerter Vorteil bei der Bemessung und Versteuerung des Gehaltes zu berücksichtigen. (1% von 3000 Euro monatlich = 30 Euro). Dagegen ist aufgrund der Barlohnumwandlung die Leasingrate in Höhe von 42 Euro von der Bemessungsgrundlage des Bruttogehaltes abzuziehen. Effektiv hat der Arbeitnehmer somit zwar ein geringeres Gehalt von 42 Euro monatlich, dagegen sind allerdings die geringer berechnete Lohnsteuerbeträge, sowie Sozialversicherungsbeiträge zu sehen.

Wichtig ist, dass der Arbeitgeber sich immer zu einem Anteil an den Fahrradkosten (Leasing oder Reparaturkosten) beteiligt, damit dieser auch als Leasingnehmer mit wirtschaftlich tatsächlicher Kostenbelastung von der Finanzbehörde angesehen wird.

Gut zu wissen:

  • Der Arbeitnehmer kann die Fahrten zwischen seiner Wohnung und der Arbeitsstätte mit 30 Cent pro Entfernungskilometer weiterhin als Werbungskosten ansetzten.
  • Das Laden der E-Bike Batterie am Arbeitsplatz ist lohnsteuerfrei!

Kauf durch den Arbeitnehmer nach Ende der Leasingdauer

Häufig wird dem Arbeitnehmer das E-Bike am Ende des Leasingzeitraums zum Kauf angeboten. Der Preis hierfür liegt meist deutlich unter dem aktuellen Zeitwert – teilweise sogar nur bei 10% des ursprünglichen Neuwertes. Neben der Nutzungsüberlassung ist somit auch die spätere Kaufoption ein wichtiger Anreiz für den Arbeitnehmer, sich für ein solches Modell zu entscheiden. Sofern der Kaufpreis unter dem aktuellen Zeitwert liegt, ist aber zu beachten, dass sich in Höhe der Differenz ein weiterer geldwerter Vorteil für den Arbeitnehmer ergibt, der zu versteuern ist.

Das BMF hat zu dieser Problematik in seinem Schreiben vom 17.11.2017 Stellung genommen. Demnach wird es durch die Finanzbehörden nicht beanstandet, wenn als Zeitwert aus Vereinfachungsgründen 40% der ursprünglichen uvP des Herstellers angesetzt werden. Der Nachweis eines niedrigeren Wertes ist im Einzelfall möglich. Die Differenz zum tatsächlichen Kaufpreis stellt Arbeitslohn von dritter Seite dar, der pauschal mit 30% versteuert werden kann (§37 b EStG).

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