Corona-Hilfe: Spenden direkt vom Arbeitslohn lohnsteuerfrei möglich

News

Corona-Hilfe: Spenden direkt vom Arbeitslohn lohnsteuerfrei möglich

Möchten Sie als Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft (GmbH) oder Ihre Mitarbeiter einen Teil Ihres Arbeitslohnes zugunsten der Corona-Hilfe spenden, so ist dies bis zum 31.12.2020 lohnsteuerfrei möglich. 

Die Bundesregierung begünstigt Spenden vom Arbeitslohn

Mit BMF-Schreiben vom 9.4.2020 macht es die Bundesregierung für den Zeitraum 1.3.2020 bis 31.12.2020 möglich, dass lohnabhängige Beschäftigte einen Teil Ihres Arbeitslohnes direkt an eine spendenempfangsberechtigte Einrichtung spenden können. Der Vorteil liegt dabei darin, dass dieser Teil des Arbeitslohns nicht der Lohnsteuer unterworfen werden muss. Man kann also Gutes tun und dabei Steuern sparen. Ein Mindestspendenbetrag ist im genannten BMF-Schreiben nicht aufgeführt. So sind auch kleine Beträge möglich. 

An diese Einrichtungen können die Spenden gelangen

Die Spende muss allerdings an eine Einrichtung gehen, die entweder gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke im Sinne der §§ 52 bis 54 AO verfolgt. In der Regel sind das alle Einrichtungen, die berechtigt sind, Spendenquittungen auszustellen. 

Aber Achtung! Diese Steuererleichterung gilt nur für die Spenden, die zur Abmilderung oder Bekämpfung der Corona-Folgen dienen. Allgemeine Spenden an Einrichtungen (z. B. Parteispenden) sind hier nicht gemeint.

Vorgehensweise

Ihr Arbeitnehmer signalisiert Ihnen als Arbeitgeber, dass er eine solche Arbeitslohnspende tätigen möchte. Er muss dabei die zu begünstigende Organisation und den Spendenbetrag mitteilen. Sie halten den Betrag vom Lohn ein und führen diesen dann an die entsprechende Einrichtung ab. Wichtig ist dabei, dass Sie als Arbeitgeber die Abführung dokumentieren und nachweisen. Um dieser Dokumentations- und Nachweispflicht nachzukommen, sollten Sie auf Spendenbarzahlungen gänzlich verzichten. Überweisen Sie die Spendenzahlung am besten per Bank. Sie haben damit die geforderten Nachweise darüber, 

  • wann, und
  • in welcher Höhe, und
  • an wen die Spendenzahlung

ergangen ist. 

Den so gespendeten Arbeitslohn zeichnen Sie im Lohnkonto Ihres Arbeitnehmers auf. Auf diese Aufzeichnung kann verzichtet werden, wenn Sie sich von Ihrem Arbeitnehmer eine schriftliche Verzichtserklärung unterzeichnen lassen und diese zu den Lohnunterlagen nehmen. Haben Sie die oben genannten Voraussetzungen erfüllt, bleibt der gespendete Lohn bei der Lohnsteuerberechnung unberücksichtigt. Die Spende ist auch nicht in die Lohnbescheinigung (§ 41b Abs. 1 S. 2 Nr. 3 EStG) einzutragen. 

praxis-tipp.pngWichtig! Weisen Sie Ihren Arbeitnehmer schriftlich darauf hin, dass er diese Spende nicht nochmals in seiner Einkommensteuererklärung geltend machen darf. Grund: Die Spende ist bereits durch den Verzicht auf die Lohnbesteuerung begünstigt.

Quelle: BMF-Schreiben vom 9.4.2020  

Aktuelles und weitere Informationen rund um die Corona-Hilfe finden Sie im Seminar Maßnahmen für Unternehmen zur Sicherung der Liquidität in der Corona-Krise.

Zum Seminar