Corona-Hilfe: Nichtabzugsfähigkeit von Geschenken über 35 EUR gelockert

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Corona-Hilfe: Nichtabzugsfähigkeit von Geschenken über 35 EUR gelockert

Ihre Patientin, eine Altenpflegerin aus dem benachbarten Altenheim, erzählt Ihnen während der Zahnbehandlung, dass in ihrem Heim dringend benötigte Schutzmasken und Desinfektionsmittel zur Neige gehen. Die Heimleitung wäre zwar sehr bemüht, hatte bisher aber keinen Erfolg. Erst in 14 Tagen sei frühestens mit einer Lieferung zu rechnen. Da Sie über einen sehr großen Bestand an Schutzmasken und Desinfektionsmitteln verfügen, entschließen Sie sich, dem Altenheim aus der Klemme zu helfen und übergeben Teile Ihrer Bestände im Wert von 1.000 EUR an die Heimleitung.   

Beteiligen Sie jetzt das Finanzamt an Ihren Geschenken 

Nach § 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG sind Geschenke über 35 EUR an einen Geschäftsfreund oder an eine andere Person steuerlich keine Betriebsausgabe. Zu dieser Regelung hat die Bundesregierung eine Ausnahme geschaffen. Machen Sie im Zeitraum vom 01.04.2020 bis 31.12.2020 einem Geschäftspartner oder einer anderen Person Geschenke von mehr als 35 EUR, bleibt Ihnen der Betriebsausgabenabzug steuerlich erhalten, wenn das Geschenk mit den Auswirkungen der Corona-Krise im Zusammenhang steht. Sie müssen aber wissen, dass sich die Voraussetzungen für Geschenke an Geschäftsfreunde von denen an andere Personen unterscheiden. 

Geschenke an Geschäftspartner

Bei Geschenken an Geschäftspartner müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Ihr Geschäftspartner muss unmittelbar und nicht unerheblich negativ von der Corona-Krise betroffen sein.
  • Das erbrachte Geschenk dient ausschließlich dem Zweck, die Geschäftsbeziehung aufrecht zu erhalten.  
  • Die von Ihnen erbrachte Leistung an Ihren Geschäftspartner muss sich in einem angemessenen Umfang bewegen. 
  • Die Leistung muss aus Ihrem Betriebsvermögen erbracht werden. 
  • Die Leistung ist im vollen Umfang unentgeltlich.

Geschenke an fremde Dritte

Ist der Begünstigte kein Geschäftsfreund, müssen diese Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Der Begünstigte ist unmittelbar und nicht unerheblich negativ von der Corona-Krise betroffen. Das Geschenk kann aber auch an ein Unternehmen oder eine Einrichtung (z. B. Pflegeheim) gehen.  
  • Ihre Zuwendung besteht aus Wirtschaftsgütern, sonstigen betrieblichen Nutzungen oder Leistungen.
  • Die Leistung muss aus Ihrem Betriebsvermögen erbracht werden. 
  • Die Leistung ist im vollen Umfang unentgeltlich.

Praktischer Hinweis

Zur Sicherung des Betriebsausgabenabzugs sollten die Buchungen dieser Geschenke auf einem gesonderten Konto (z. B. abzugsfähige Geschenke > 35 EUR Corona) gebucht werden. Lassen Sie sich dabei von dem Begünstigten den Empfang der Leistung schriftlich bestätigen. Vergessen Sie dabei nicht die Leistungsbeschreibung und das Leistungsdatum. Bei einer Prüfung durch das Finanzamt wird regelmäßig geprüft, ob die Voraussetzungen für den Betriebsausgabenabzug vorlagen. Stellt der Prüfer Nachteiliges fest, so wird er den steuerlichen Betriebsausgabenabzug für das Geschenk nachträglich versagen.   
  
Quelle: BMF-Schreiben vom 9.4.2020  

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