Corona – eine neue Chance für ein steuerbegünstigtes Dienstfahrrad 

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Corona – eine neue Chance für ein steuerbegünstigtes Dienstfahrrad 

Die steuerliche Begünstigung von Dienstfahrrädern, die Sie oder Ihre Mitarbeiter für betriebliche und private Fahrten nutzen dürfen, ist grundsätzlich eine klimabegünstigende Idee. In Zeiten des Corona-Virus bekommt das Fahrrad noch eine weitere Chance. Halten Sie Ihre Arbeitnehmer und sich auf dem Weg zur Arbeit gesund! Besonders in Städten kann die Fahrradnutzung die Ansteckungsgefahr, die in engen öffentlichen Verkehrsmitteln höher ist, erheblich vermindern. Zudem vermindern Sie die Krankheitstage bei den Mitarbeitern.

Es gibt 3 Antriebsarten von Fahrräder

Bei den Fahrrädern unterscheiden wir drei Antriebsarten:

  • Räder, die mit reiner Muskelkraft betrieben werden
  • E-Bikes mit einem Antrieb bis zu 25 Km/h (Pedelec)
  • E-Bikes mit einem Antrieb über 25 Km/h (S-Pedelec)

 

Steuerliche Behandlung von Fahrrädern und E-Bikes bis zu 25 Km/h

Die steuerliche Behandlung von „manuellen“ Fahrrädern und E-Bikes bis zu 25 Km/h ist eigentlich ganz einfach. Die Anschaffungskosten für die Räder stellen sofortige Betriebsausgaben dar, wenn die Anschaffungskosten 800 € netto nicht überschreiten (GwG). Ist das Fahrrad teurer, so ist es entsprechend über die Nutzungsdauer abzuschreiben. Das Finanzamt geht hier von 7 Jahren aus.

Die Überlassung für betriebliche und private Zwecke an Ihre Arbeitnehmer ist kein geldwerter Vorteil, wenn Sie das Fahrrad zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn überlassen. Es darf also keine Gehaltsumwandlung durchgeführt werden. Nutzen Sie das Fahrrad selbst, liegt aufgrund der privaten Mitbenutzung keine Entnahme vor.

Erfolgt die Überlassung im Rahmen einer Gehaltsumwandlung, also wird nicht zusätzlich zum Lohn geschuldet, müssen Sie die den geldwerten Vorteil besteuern. Als Berechnungsgrundlage sind die Bruttoanschaffungskosten heranzuziehen. Zur Berechnung des geldwerten Vorteils werden hiervon ¼ (ab dem 1.1.2020) berücksichtigt. Mit der 1 %-Regelung sind bei den manuellen Fahrrädern und E-Bikes unter 25 Km/h alle Privatfahrten abgegolten. Entgegen den E-Bikes mit mehr als 25 Km/h Leistung sind hier auch die Fahrten zwischen der Wohnung und Arbeitsstätte abgegolten.

Beispiel: Berechnung des geldwerten Vorteils E-Bike mit weniger als 25 Km/h

Sie schaffen im August 2020 für Ihre Mitarbeiterin ein Pedelec an. Das E-Bike hat einen Antrieb für eine Geschwindigkeit von weniger als 25 Km/h. Die Bruttoanschaffungskosten betragen 2.199 €. Ihre Mitarbeiterin muss von Ihrer Wohnung bis zur Praxis eine Wegstrecke von 4 Km zurücklegen. Ihre Mitarbeiterin wandelt ihr Gehalt in einen geldwerten Vorteil um. Der geldwerte Vorteil berechnet sich wie folgt:

Bruttolistenpreis 2.199,00 €
abgerundet auf volle 100 € 2.100,00 €
Bemessungsgrundlage ¼ von 2.100 €  525,00 €
Geldwerter Vorteil ohne Fahrten Wohnung/Arbeitsstätte = 525 € x 1 % 5,25 €

Der monatliche geldwerte Vorteil beträgt somit 5,25 €.

Ihre Mitarbeiterin verzichtet monatlich zwar auf 5,25 € an Lohn, kann dafür aber ein E-Bike im Wert von 2.199 EUR nutzen, dass sie sich so viel-leicht nicht hätte finanzieren können.

Steuerliche Behandlung von E-Bikes über 25 Km/h

Schaffen Sie ein E-Bike mit einem Antrieb über 25 Km/h an, muss der private Nutzungsanteil nach der sogenannten 1 %-Regelung besteuert werden. Vorteilhaft ist hier, dass bei der Berechnung des geldwerten Vorteils ab dem 1.1.2020 nur ¼ der Bruttoanschaffungskosten berücksichtigt werden (bis 31.12.2019 war es die Hälfte).

Beispiel: Berechnung des geldwerten Vorteils E-Bike mit mehr als 25 Km/h

Sie schaffen im Juni 2020 für Ihre Mitarbeiterin ein S-Pedelec an. Das E-Bike hat einen Antrieb für eine Geschwindigkeit von mehr als 25 Km/h. Die Bruttoanschaffungskosten betragen 5.199 €. Ihre Mitarbeiterin muss von ihrer Wohnung bis zur Praxis eine Wegstrecke von 3 Km zurücklegen. Der geldwerte Vorteil berechnet sich wie folgt:

Bruttolistenpreis 5.199,00 €
abgerundet auf volle 100 € 5.100,00 €
Bemessungsgrundlage ¼ von 5.100 € 1.275,00 €
Geldwerter Vorteil ohne Fahrten Wohnung/Arbeitsstätte = 1.275 € x 1 % 12,75 €
Fahrten Wohnung Arbeitsstätte (1.275 € x 0,03 %  x 3 Km)               1,15 €
Geldwerter Vorteil pro Monat 13,90 €     

Der monatliche geldwerte Vorteil beträgt 13,90 EUR

Auch die Anschaffungskosten dieser E-Bikes sind wie oben dargestellt entweder sofortige Betriebsausgaben (GwG) oder über einen Zeitraum von 7 Jahren abzuschreiben.

Fazit:

Heutzutage sprechen viele Gründe für den Umstieg auf ein Fahrrad. Für Ihre Mitarbeiter sind gerade E-Bikes nicht immer erschwinglich, da diese derzeit noch teuer sind. Hier können Sie unterstützen, indem Sie das Fahrrad für Ihr Betriebsvermögen anschaffen und neben der betrieblichen auch die private Nutzung zulassen. Die erheblich geringeren, zu besteuernde geldwerte Vorteile, sind für den Mitarbeiter keine größere Belastung. Zudem stellen die Aufwendungen für Sie Praxisausgaben dar, die den steuerlichen Gewinn mindern. Halten Sie sich, Ihre Mitarbeiter gesund und sparen dazu noch etwas an Steuern.